Sachverständiger Faßbender

Fenster verletzt Mitarbeiterin • Unfallhergang

Die Mitarbeiterin eines Versicherungsbüros öffnete zum Lüften ein Aluminiumfenster. So wie Sie berichtete, fiel der Fensterflügel unvermittelt auf die Dame und verletzte diese am Kopf und der Schulter. Glücklicherweise waren keine großen Verletzungen zu beklagen.

Unfalluntersuchung des Hergangs

Die Versicherung beauftragte mich als Sachverständigen mit der Untersuchung des Unfallhergangs. Hierzu begutachtete ich die aus Zinkdruckguss hergestellten Beschläge von 300 Stück der ca. 1200 Stück Fensteranlagen mit einem Mikroskop mit 30-facher Vergrößerung genauer. Parallel hierzu wurde ein weiteres neutrales Institut mit der Makroskopischen Untersuchung des Bruchs am gebrochenen Fensterband beauftragt. Von den 300 Stück Fensteranlagen wies lediglich ein Fensterband einen Riss auf.

Die Makroskopische Untersuchung des Instituts ergab, dass der Bruch des Fensterbandes durch Gewalteinwirkung verursacht wurde. Auf nähere Befragung musste die Dame eingestehen, dass sie den Fensterflügel oftmals durch Einklemmen eines Buchs im Bandbereich offen gehalten hatte. Der Schaden entstand durch diese stetige, falsche Belastung des Beschlages.

So versagte der Versicherer gemäß dem Ergebnis der Untersuchung die eingeforderte Schmerzensgeldzahlung. Aufgrund dieses Ereignisses erhielten alle Mitarbeiter eine schriftliche Anweisung, dass Fenster nicht durch das Einklemmen von Gegenständen auf der Bandseite offen gehalten werden dürfen.